Am Sonntag dem 15. April 1945, trafen die englischen Truppen in Hermannsburg und Müden ein. Einige der landwirtschaftlichen Höfe in den umliegenden Dörfern (Beckedorf, Müden) wurden in Brand geschossen um gegebenenfalls versteckte Truppen aufzuspüren. Am 15. April nachmittags waren die Deutschen Truppen abgezogen, dadurch blieb der Ort Weesen von einer Beschießung verschont. Am 16. April erfolgte der Einmarsch der englischen Truppen in Weesen. Die englischen Soldaten rückten morgens um 9 Uhr gleichzeitig von Hermannsburg und auf dem Postweg herunterkommend in Weesen ein. Ohne längeren Aufenthalt fuhren die meisten Fahrzeuge durch den Ort auf Müden zu. Von der Brücke wurden einige Schüsse in Richtung der Wiesen abgefeuert, um möglichen Widerstand zu erkunden. Es wurde ein Befehl erlassen, dass sämtliche Waffen, Munition, Ferngläser und Photoapparate beim Bürgermeister abgegeben werden müssten. Nach einigen Tagen wurden alle Häuser von englischen Truppen aus Hermannsburg nach Waffen usw. durchsucht. Die englischen Soldaten benahmen sich sehr rücksichtsvoll.

Zuerst kamen auch einige Plünderungen durch die Fremdarbeiter vor. Aber weil die kriegsgefangenen Serben teils im Besitz von Waffen gekommen waren und sich für den Ort einsetzten, blieb der Ort weitgehend verschont. In der Nacht vom 25 April auf dem 26 April kam es zwischen vier Deutschen Soldaten und den bewaffneten serbischen Kriegsgefangenen zu einer Schießerei auf dem Drews Hof. Drei Deutsche fanden dabei den Tod, ein vierter blieb unverletzt, da er sich in Rodehorsts Keller gerettet hatte. Er durfte nach Celle fahren, wohin auch die übrigen drei geröteten Soldaten eigentlich wollten. Letztere sind auf dem Friedhof in Hermannsburg beigesetzt worden. Im Herbst wurden die serbischen Gefangenen in ihre Heimat entlassen. Als sie fort waren, wurde doch mehrfach geplündert und eingebrochen.

Im Rahmen des Vormarsches der englischen Truppen wurden auch versprengte deutsche Truppen im Wald vermutet. Deshalb wurden die Wälder großflächig angezündet und abgebrannt. Es brannte tagelang, ohne das dass Feuer bekämpft werden durfte. Auch die Waldungen des Hauelberges wurden dadurch vernichtet. Wer doch zum Löschen des Feuers ging, wurde verhaftet und ins Militärlager gebracht. In diesem Jahr kamen die Flüchtlingsströme aus Ostpreußen, Schlesien, Pommern und dem Warthegau. Die Menschen waren zum Teil bis zu vier Wochen und länger auf der Flucht gewesen.

Nach geraumer Zeit hatte sich vieles entspannt, auch weil die Flüchtlinge zum Teil hier Arbeit gefunden hatten. Spannungen gab es gelegentlich zwischen den jungen Leuten. Es war eine schwierige Zeit für die Einheimischen wie für die Flüchtlinge, da man gegenseitig anpassen und auf engsten Raum miteinander leben musste.Ausgebombte Familien aus dem Städten fanden auch eine vorübergehende Bleibe in Wessen. In der Nachkriegszeit bekam man Bekleidung und Schuhe etc. nur auf Bezugsschein. Die werdenden Mütter erhielten gegen Vorlage einer Bescheinigung von Arzt oder der Hebamme eine Mutterkarte für zusätzliche Lebensmittel. Alle männlichen Personen im Erwachsenenalter hatten Anspruch auf eine Raucherkarte.