Von Eisenbahnen, Landstraßen wurde Weesen nicht berührt.


Die nächste Bahnstation war schon damals Unterlüß. Hier verlief
die Eisenbahnlinie Hannover – Harburg. Von Weesen aus konnte man
den Bahnhof von Unterlüßer Landstraße mit einem Postbus erreichen,
der dreimal täglich verkehrte. Diese Landstraße sollte nach dem
Plan der Chausseeverwaltung zuerst durch Weesen führen. Leider
scheiterte dieses Projekt an dem Widerstand der Weesener. Diese
befürchteten nämlich, „dass bei dem regen Verkehr Weesen von
herumstreicht-enden Vagabunden sehr stark belästigt würde*)“. So
musste dann die Landstraße über Misselhorn und Lutterloh gebaut
werden, und zwar mit bedeutender Steigung, was im andern Falle völlig
vermieden worden wäre.

Als 1910die Bahn Beckedorf/Munster in Betrieb genommen wurde, war
Hermannsburg die nächste Bahnstation für Weesen. Sie ist nur 4 km
entfernt. Das war bei dem regen Güterverkehr sehr angenehm. Es
wurden in den letzten Jahren viele Viehweiden angelegt, dazu war Kalk
und künstlicher Dünger nötig. Obwohl der Acker nach einer besseren
Bearbeitung und Düngung gegenüber früher bedeutend mehr Erträge
lieferte, wurden doch noch viele Futterartikel zugekauft, die von der
Eisenbahn angeliefert wurden, um Schweinezucht und besonders
Schweinemast betreiben zu können. Mit der neuen Bahnverbindung hörte
der Postverkehr zwischen Unterlüß und Hermannsburg auf. Das war für
Weesen eine Verschlechterung im Personenverkehr in Richtung Harburg
und Hannover.

Bald darauf hatte der Ort Weesen seine erste Fernsprechstelle.

Zu dieser Zeit gab es täglich eine zweimalige Postzustellung, keine an den Sonn- und Festtagen.

Verkehrsanbindungen

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